Antschel – die rumänische Premiere des Dokumentarfilms über das Leben von Paul Celan

Celan: Das symbolträchtige Anagram für eine der wortgewaltigsten Persönlichkeiten des  20. Jahrhunderts. Von seinem eigenen Namen bis zu den Gedichten, die er schrieb, ist Paul Celan der Schöpfer eines völlig einzigartigen Wortuniversums in der universellen Literatur, ein vollständiger Künstler der Schriftsprache, die ihm als Zuflucht und Mittel zum Vergessen diente. Anlässlich des 100. Geburtstagsjubiläums (23. November 1920), aber auch des 100. Todestages (20. April 1970) präsentiert das Österreichische Kulturforum Bukarest erstmals in Rumänien den Dokumentarfilm Essay „Antschel“ der österreichischen Filmemacherin Susanne Ayou.

Dieser im Jahr 2020 erschienene Film über die noch nicht entschlüsselten Rätsel in Paul Celans Leben wird zwischen dem 22. November, 17.00 Uhr (rumänische Zeit) und 24. November, 17.00 Uhr (rumänische Zeit) nur für nur 48 Stunden online und kostenlos, mit rumänischen Untertiteln, auf der Website des Österreichischen Kulturforums Bukarest präsentiert. Die Online-Filmvorführung wird von der israelischen Botschaft in Rumänien unterstützt.

„Erreichbar, nah und unverloren blieb inmitten der Verluste dies eine: die Sprache“, schrieb Paul Celan. Paul Antschel wurde 1920 in Czernowitz in eine deutschsprachige jüdische Familie geboren und verlor 1942 seine Eltern in den transnistrischen Arbeitslagern, in denen sie zusammen mit einem Großteil der Ghettobevölkerung der Stadt auf Geheiß der von Ion Antonescu geführten rumänischen Regierung deportiert worden waren. Nur der Zufall hinderte den Dichter daran, ihr Schicksal zu teilen. Nach dem Krieg erscheint ihm das Leben an den Orten seiner Kindheit als Belastung, und so beginnt er die Reise, die ihn nach Bukarest, Wien und Paris führt, dem letzten Ort, an dem er sich niederlässt, bis er seine Tage beenden möchte. „In all dieser sich verändernden Landschaft bleibt das einzige stabile Element die Sprache, ihre Zuflucht, ihre neue Heimat“, sagt Susanne Ayoub, Regisseurin des Films „Antschel“.

Der 2020 gestartete Dokumentarfilm ist ein Originaltagebuch der wichtigsten Meilensteine ​​und Städte in Paul Celans Leben, ein Dokument, das die Inspirationsquellen seiner bewegten Bilder aus Worten untersucht. Diese Reise wird durch die Erinnerungen und Geschichten von Klaus Demus, selbst Dichter, Freund und enger Vertrauter von Paul Celan, abgeschlossen und in ein ganz neues Licht gerückt.

Die in Bagdad geborene Susanne Ayoub arbeitet  als Autorin und Regisseurin für Radio und Film. Sie schreibt Romane, Theater- und Hörstücke, Gedichte und Drehbücher. 2013 erhielt sie den Radiopreis der Erwachsenenbildung und 2014 den Dr. Karl Renner-Preis für Publizistik.

Susanne Ayoub und Klaus Demus
Foto: Trio Art Team Susanne Ayoub

Antschel

Dauer – 45′

Untertitel auf Rumänisch (übersetzt von Alexandru Şahighian)

Echtzeitinformationen – https://www.facebook.com/events/823989958446228

Der Dokumentarfilm wird ab dem 22. November um 17.00 Uhr unter https://bit.ly/AntschelRo verfügbar sein.

Foto featured image: Trio Art Team Susanne Ayoub